Strom - Ausufernde Prosa. (das Debüt)

 

aus dem Klappentext:

Ein Auslöser für das Schreiben von Robert Prosser war das Verlangen, ein Äquivalent zur Bewegung, zu Graffiti, zu finden – „Graffiti deshalb, da ich mich einige Jahre spraydosenbewehrt austobte und es nach wie vor faszinierend finde, wie ohne Vorwarnung Farbe und Stil dem Betrachter ungefragt ins Auge platzen und ein Stück Individualität inmitten der Außenwelt positionieren, ohne Zeit für Erklärungen zu lassen, ohne Anfang und Ende, wild ausufernd und bloß angetrieben von Abenteuerlust…“ (R. P.)
„Strom“ stellt den Versuch dar, eine derartige Individualität durch Stimm- und Sprachauslotung zu entwickeln, indem sich der Autor an unterschiedlichste Begebenheiten zwischen Großstadt, Tiroler Seitental oder Wildnis des Himalayas heranwagt und diese im schnellen Schritt aufeinander folgen lässt, wodurch sich ein mitreißender Strom und Rhythmus ergibt...

ausgezeichnet mit der Autorenprämie 2009 des Bundesministeriums für Unterricht, Kunst und Kultur

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any given sunday: Salon Littéraire auf in|ad|ae|qu|at

eines Sonntags im Mai wurde STROM im Salon Littéraire (http://www.zintzen.org/salon-litteraire/) vorgestellt, auf Christiane Zintzens sehr empfehlenswerter Website in|ad|ae|qu|at. Eingerahmt wird der Textauszug von zwei Videos, hier der untere Anfang:

StromOutro from Ro Prosser on Vimeo.

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STROM vs KaossPadMini, plus Tango El Choclo (samt Kameraausfall)

dem faszinierenden Korg Kaoss Pad Mini die Effekte entluchst, ua auch bei einer Lesungsperformance in der Alten Schmiede (Wien, April 2010), mitsamt einem wunderschönen Tango - zumindest bis die Kamera ausfiel. Sei`s drum, dafür zu Beginn in Stop Motion Verschriftlichtes:

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Nachtrag zur Performance: Standpunktverlagerung in Richtung Yoga Sutra Patanjali योग सूत्रानि पतञ्जलि

Persönlich dachte ich bisher, dass nur jene Schauspieler wirklich gut sind, die es tatsächlich schaffen, sich voll und ganz in einer Rolle zu verlieren, die Rolle nicht nur zu spielen, sondern sie wirklich zu sein - derartiges erschien mir als Ideal, denn gänzlich in einen Charakter aufzugehen war mit der Vorstellung von ausgelebter Leidenschaft verbunden, wie auch ein solches "exzessives Bühnenleben" auf Lesungen umzulegen Emotion und Verausgabung versprach, um anstatt in eine vorgegebene Rolle in den eigenen Text zu schlüpfen, sich diesem ganz zu überantworten, darin einzunisten, nur mit Gefühl und Puls, aber in rationeller Hinsicht außer Kontrolle.

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Standpunkt: Bühne - zwei Absätze zur Performance

könnte ich mich als Funken in den Reibungsflächen zwischen Stimme und Text entdecken Abstoßung und Kreisbewegung, wie unterschiedlichste Rhythmen, die da plötzlich ausbrechen, vom Publikum Kopfschütteln Zustimmung Abneigung fordern, und selbst bin ich nicht nur aggressiv oder galoppierend, zu allem Überfluß pflegt in den Angaben zur eigenen Person zu stehen: performanceorientiert, doch bedeutet dies auch nicht mehr als ein Fingerzeigen in sämtliche Richtungen, geradezu orientierungslos hier- wie dorthin weisend und derart planlos ein jedes mal Sessel Mikros Bühnen Gelegenheiten kapernd, dazugehörig die Absprünge aus Musik gezimmert, aus Beats und Vocalsamples, möglichst treibend und tendenziell nach vorne – soviel zur Orientierung, denn mithilfe von Takten wird an der ganzen Reibung weitergewerkt, plötzlich taucht ein andrer Rhythmus auf und es gilt, den Text dran anzupassen, um mich danach umso wilder auf den mir innewohnenden zu stürzen, wobei jede Melodie das Spiel verschönert: Verführung oder Zorn als Maskentanz verstanden, gehört, ein Abstoßen Verlangen nacheinander, bis, etwa in Mitte der Performance, sich diese Pheromonlogik auflöst, nebensächlich wird, denn Laut für Laut nähern wir uns dem wesentlichen Punkt, dem springenden Wortschwall, -kaskaden spülen den Körper aus und weg, die Emotion, die sich am Grund des Schreibens befindet, eben dieser Drang, ist die Performance, durch die nach außen getragene Intensität gerät die Person in Ekstase und Trance, ich bin – im positivsten Sinne – außer mir, und daher darf und muss das Publikum keine Rolle spielen (im Wortsinn wahr) denn, von meiner Uferseite aus gesehen, würde jeder Schritt in dessen Richtung mich zu Sinnen kommen lassen, ich würde gleichzeitig aufw

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brüchige Existenzen

Quelle: der Standard, 13. November 2009