Rambazamba / Notizmasala
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geradewegs noch drüber balancierend kristallisiert sich dein Ebenbild hervor, ein Name löst sich und ich bin Shop abklappernd auf der Suche nach einem Telefon, spreche dich zumindest einer Katze ins Ohr, zwischen Himmelhoch Zutode schnurren und fauchen, ein blitzendes Drecksfell im Müllstöbern aufgerissener Plastiksäcke, die ihren Inhalt vergebens brauner Erde übergeben (ein schönes Symbol, nicht wahr?) das Dosenklappern Plastikrascheln über ausgetrocknet aufgespaltenen Boden, aus Müllcontainern hervor immerhin Wolkgetürme verfluchend, fauch es aus sag hörst du durchs Leitungsknistern auf Lippen den Sand knirschen, das Hallen unbeachteter Gebete, die Lautsprecherdröhnung und von den Felsen das Echo sag hörst du verstehst du wie Steine Hitze auszustrahlen vermögen, ein Wärmeumfeld der Wüste anbieten, aufgeheizt von Sonne Sturm Wind fühlbare Umlaufbahnen kreieren, felsbraun imaginär den Schritt einfangen durchs Achten auf Einzelheiten: jener Graubereich zwischen Felsformation und Schattenverläufe -schwünge der Farben, sich innerhalb von Minuten um eine Nuance in den Spurenverlust biegend, und selbst, eine Halsdrehung neben dem Leben zu liegen gekommen, trotzdem Sträucher auf dem Weg ins wüstenrändernde Dorf mit Bedeutung brandmarkend. Wo Gestrüpp dürr verdreht wächst spricht das alte Beduinenmännchen seine Frau mit Madame an, und beide beginnen bei jeder neuerlichen Anrede verliebt neckend herzhaft zu lachen, lenken mich von der Müdigkeit ab, die der Weg hierher nach sich zieht, doch die Notizen zuerst einmal ein Verschwinden der Schattfarben, ihr Auslaufen und diesem nach ins Vergessen vergiss mich nicht bloß: was will ich eigentlich, außer unentschlossen auf einer Düne zu sitzen, als Zuschauer dem Verschwinden meiner Spur ergeben, grabe mit Fingern im Sand eine persönliche Zeichnung, als Umkehrschwung der Windlinienform, dieser Wellenschlag ist alles was zu hören ist das Windbrausen und die Reibung der Sohlen, wenn ich stehen bleibe und mich umwende, zurückblicke auf kaum merkliche Unterschiede, da selbst das Bergpanorama im horizontschaffendem Abspulen eines schimmernden Felsens beinah bloße Wiederholung ist, greifbar gleich den Sandwolken, die übern Dünengrad abgleiten und auswehen, das Felssegel spannen, wie alles zigmal ausläuft und einsandet, ich dasselbe denke und denke neben dem fordernden Geräusch des Gaskochers mir das Windanschlagen an Zeltplanen als Einschlafsritual im Hundeskandieren und aufgebrachtem Jaulen, zur Revierbegrenzung schieben sich nächtlich Geräuschkulissen als Schemen der Windwehmut dahin gehend Tageshülsen aufgebrochen zum Gefühl zwischen Fingerspitzen etwas Sand und ein Teil Holz, um in der Nacht kniend mich entwurzeln, im Rhythmusstreben aus Sandstrichlierung Dünenmaserung: festgelegte Bahnen aus Wärme und Temperatur -abfall verworfener Leben, in Zelten unverfroren nach Sinn verlangend und hinter Felsen die Knochenreste plötzlich zerfallender Körper, in Quarantänen zerrieben bleibt von Obsession nichts übrig, nur zwischen Händen ein Grünkraut. Schön anzusehen wächst im Canyongeröll an Felswänden ein lebend zartes Grün, im nahen Umkreis spannt der Geruch herb übern Sand den Duftschirm und pflück mir diese Ausrufe als Blickfänger, die den Geruchssinn kitzeln, trotz Wind und Müdigkeit behalt ich es an den Händen auf der Haut, gleich dumpfer Sonnenspiegelung auf schwarzem Käferpanzer und dessen Weg übern Sand, Schritt für Schritt zwischen Kräutern und Pflanzenranken umher, das Holz ausgedorrt und bleich die Knochen.
in Entstehung befindlich... Notizbuch-Transkription, Jordanien 2009 |

